Geschichte des Fachgebiets

1868

Die Polytechnische Schule (Technische Universität) in München wird von König Ludwig II. gegründet.

Das Fach Wasserbaukunde vertritt Professor Wilhelm Frauenholz, der auch Vorlesungen über allgemeine Konstruktionslehre hält. Spezialvorlesungen über theoretische Grundlagen des Wasserbaus werden 1876-81 von Privatdozent Otto Decher und 1881-93 von Privatdozent Albert Frank gehalten.

1883

Decher und Frank errichten auf Anregung von Frauenholz eine Prüfstation für hydrotechnische Instrumente im Ungerer-Bad in München.

1889

Franz Kreuter wird zum Professor für Wasserbaukunde und Baukonstruktionslehre als Nachfolger des 1888 verstorbenen Professors Frauenholz berufen. Er erhält zweimal die Ehrendoktorwürde. Kreuter vertritt bis 1917 das gesamte Wasserwesen.

1917

Kaspar Dantscher wird zum Professor für Wasserbau berufen. Im Jahr 1928 wird er zum Dr.-Ing. E.h. ernannt. Er leitet die Planung einer wasserbaulichen Versuchsanstalt für Bauingenieure ein. Dantscher hat bis zu seinem Tode (1944) den Lehrstuhl für Wasserbau inne.

1925

Die Errichtung des Bestelmeyer-Nordbaus mit dem Laboratorium für Wasserbau im Untergeschoß läuft an. Obwohl der Bau bereits 1927 fertig gestellt ist, kann die Versuchsanstalt erst 1930 in Betrieb genommen werden.

1930

Die Hydraulik-Vorlesung wird vorübergehend von Privatdozent Dr.-Ing. Otto Streck gehalten.

1937

Dr.-Ing. Otto Streck wird als Professor auf den neu gegründeten Lehrstuhl Wasserbau II mit den Arbeitsgebieten Hydraulik, Gewässerkunde und Wasserwirtschaft berufen. Gleichzeitig übernimmt er die Leitung der wasserbaulichen Versuchsanstalt. Streck wird 1945 vom Dienst suspendiert.

1946

Dr.-Ing. Karl Flierl wird zum Nachfolger des 1944 bei einem Luftangriff ums Leben gekommen Professor Dantscher berufen. Die Hydraulik-Vorlesungen werden durch ihn ebenfalls wahrgenommen. Auch hat er die Leitung der Versuchsanstalt für Wasserbau inne.

1955

Dr.-Ing. Fritz Hartung wird zum Nachfolger Flierls berufen. Die Vorlesungen in Hydraulik und Gewässerkunde hält Privatdozent Dr.-Ing. Paul-Gerhard Franke.

1960

Dr.-Ing. Paul-Gerhard Franke wird als Professor auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Hydraulik und Gewässerkunde berufen. Der Lehrstuhl erhält ein Mitbenutzungsrecht der Wasserbauversuchsanstalt, der 1961 die Versuchsanstalt in Obernach angegliedert wird.

1964

Die Versuchsanstalt im Stammgelände der Hochschule wird als Institut für Hydraulik und Gewässerkunde dem gleichnamigen Lehrstuhl zugeordnet. Die Vertiefungsrichtungen werden im Bauingenieurstudium eingeführt; die Anfertigung einer Diplomarbeit wird für die Studenten Pflicht. Eine der Vertiefungsrichtungen ist Hydraulik und Gewässerkunde.

1967

Dem Institut wird eine zweite Versuchshalle beigefügt. Durch Entfernung der Zwischenwand entsteht 1989 aus beiden Räumen die heutige Versuchshalle mit nahezu 1000 m2 Grundfläche.

1974

Aufgrund der Hochschulreform wird das Institut in Prüfamt umbenannt. Durch Zusammenschluss von Lehrstuhl und Prüfamt für Hydraulik und Gewässerkunde mit Lehrstuhl und Prüfamt für Wassergütewirtschaft und Gesundheitsingenieurwesen entsteht das Institut für Bauingenieurwesen V. Im gleichen Jahr beginnt der Sonderforschungsbereich 81 (Abfluss in Gerinnen), getragen von mehreren Institutionen unter Leitung von Professor Dr.-Ing. Franke, seine Arbeit. Das Forschungsvorhaben läuft bis 1987. Der Lehrstuhl ist mit fünf Teilprojekten am Sonderforschungsbereich 81 beteiligt.

1978

Das Prüfamt erhält weitere Räume, die als Werkstätten, Lager und Aufenthaltsraum genutzt werden.

1987

Professor Dr.-Ing. Franz Valentin tritt die Nachfolge von Professor Dr.-Ing. Franke als Leiter von Lehrstuhl und Prüfamt für Hydraulik und Gewässerkunde an.

1993

Lehrstuhl und Prüfamt für Hydraulik und Gewässerkunde, Lehrstuhl für Wasserbau und Wasserwirtschaft sowie Lehrstuhl und Prüfamt für Wassergüte- und Abfallwirtschaft werden zum Institut für Wasserwesen zusammengefasst.

1998

Umbenennung des Lehrstuhls in Lehrstuhl und Laboratorium für Hydraulik und Gewässerkunde

2004

Im Rahmen der Strukturreform an der Technischen Universität München werden mit dem altersbedingten Ausscheiden des Ordinarius Professor Valentin Lehrstuhl und Laboratorium für Hydraulik und Gewässerkunde in das Fachgebiet Hydromechanik mit angeschlossenem Laboratorium übergeführt. Als neuer Leiter wird Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Manhart berufen.